Achtung! Abbremsen! Langsam!– der Spaß ist vorbei. Eine Kehre um die Talstation der Wallberg-Bahn – Huhu Swantje und es tut mir echt leid, dass ich nicht angehalten habe – und schon rase ich im Pulk zur letzten Streckenteilung. Links geht es für die Strecken B und C ins Ziel, die Verrückten fahren rechts weiter auf der D. Also rechts. Direkt in die Verpflegung, noch mal Iso fassen und weiter Richtung Kühzagl. Steil ist es und mein Puls schießt nach oben. Außerdem scheint der Reifen am Boden zu kleben. Ist der Reifen platt? Kurzer Blick zurück. Nein, der Reifen ist nicht platt. Schluck aus der Pulle. Mist, relativ dünn gemischt. Hätte ich nur bei Swantje angehalten und mir die eigene Flasche geschnappt (Aber es tut mir auch so leid, das ich so durchgerauscht bin, ehrlich). Gut, dann ein Gel. Und zur Sicherheit noch ein Activator hinterher. Doch zu aktivieren ist da nix mehr – ich werde langsamer und langsamer. Sehr zur Freude meiner Mitstreiter. Die einen ziehen davon, die anderen überholen mich gruß- und gnadenlos. Jetzt könnte ich mich etwas bedauern, aber selbst dazu fehlt mir die Kraft. Ich könnte auch auf den Tacho schauen, um zu schauen, wie weit es noch bis ins Ziel ist, aber dazu fehlt mir der Mut. Also treten. Rechtes Bein, linkes Bein, Zeitlupe. Dann bin ich oben und kann mich endlich erholen denn wie immer: nach hoch kommt runter. Leider nur kurz und noch leiderer - es geht noch mal rauf. Steil auf Asphalt, eine freundliche Wanderin meint "Gleich habt ihr's geschafft". Aber nix ist geschafft. Es geht weiter hoch. Noch steiler als eben. Und obwohl der See tief unter mir liegt – jetzt gehe ich baden. Nix geht mehr, ich muss vom Rad und schieben. Wenigstens Laufen? Nö, dazu ist es viel zu warm und ich bin viel zu fertig. Und außerdem muss ich das verdammte Bike, das viel zu schwer ist, dauernd über Wurzeln und Steine heben, denn dummerweise hat der blöde Veranstalter auch noch einen Trail in die Passage eingebaut. Wenigstens sind die Konkurrenten jetzt freundlicher und fragen höflich, ob ich sie gerade mal eben vorbei lassen könnte. Mache ich natürlich. Obwohl ich ihnen wenn ich ehrlich bin, am liebsten einen Stock zwischen die Speichen – aber das gehört sich ja nicht. Gefühlte Stunden später bin auch ich endgültig oben, eine letzte rasante Wiesen-Abfahrt und dann rolle ins Ziel. Dort empfängt mich Swantje, Knutscher, und Bratwurstduft. Hunger? Viel zu fertig. Und so passiert, was mir noch nie nach einem Rennen passiert ist: ich fahre nach Hause, ohne im Ziel auch nur eine einzige Bratwurst verdrückt zu haben ...
Renn- und Reiseberichte, Tests und News rund ums Biken und Rennradfahren
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Montag, 4. Juni 2012
Baden gehen am Tegernsee: der Sport Scheck Bike-Marathon
"Müsste das nicht im Tegernsee heißen?", höre ich schon so manchen Besserwisser fragen? "NEIN", motze ich zurück. Schließlich war ich nicht mit Quitscheentchen, Badehose und Schwimmflügeln unterwegs, sondern mit dem Bike. Immer wieder rauf, runter, wieder rauf, noch mal runter, immer sausteil und gar nicht leicht. Vor allem, wenn man sich vorgenommen hat, nur am oberen Rand zum GA2-Puls-Bereich zu fahren, weil man der eigenen Gesundheit, nach knapp zwei Wochen Krankheit noch nicht so Recht traut. Doch trotz der vielen harten Anstiege und der noch härteren Rampen, die der nette Veranstalter in die vielen harten Anstiege gepackt hatte, ging es erstaunlich gut. Relativ entspannt kurbele ich so über Kistn, Bäckeralm und Jagahüttn zum Spitzingsee, genieße das schöne Panorama und rolle dennoch viele der in den Blöcken vor mir gestarteten Biker auf. Heisa, das läuft gut heute. Rauf zum Schinder mache ich weitere Plätze gut und immer noch könnte ich fröhlich ein Liedchen pfeifen, so fit fühle ich mich. Na gut, ein kurzes Liedchen. Und davon die erste Strophe. Doch stattdessen schieße ich erst mal wieder bergab. Ein schlammiger Wiesentrail auf dem mir weitere Mitkonkurrenten freiwillig Platz machen, indem sie sich mal kurz zum Verschnaufen ablegen. Oder doch, weil es so matschig und rutschig ist? Zum Glück habe ich richtige Reifen drauf und nicht so Rennpellen ohne Profil. Denke ich und grabe mein Vorderrad in ein besonders garstiges Schlammloch ein. Gekonnt segle ich über den Lenker und lande die Füße voraus. SCHLLLUUUURRRRFFF macht es, als ich die Füße aus dem Matsch ziehe. Immerhin stecken die Schuhe noch dran und das macht das Laufen jetzt doch deutlich angenehmer. Doch ein paar Meter später kann ich es wieder rollen lassen bis nach Kreuth und schon geht es auf den Wallberg. Nicht über die Rodelbahn, sondern über den Forstweg, weil der viele Regen den Weg zu sehr in Mitleidenschaft gezogen hat. Uff, weniger Höhenmeter, weniger Steigungsprozente und weniger Probleme, den Puls zu kontrollieren. Dann der vielleicht schönste Trail, den ich bisher in einem Marathon gefahren bin, der Wallbergtrail. Wurzelig, felsig, ein paar Absätze und Rinnen, aber nie zu steil und insgesamt ziemlich flowig. Und trotz der Nässe erstaunlich gut fahrbar. Eigentlich müsste so ein Weg endlos sein, doch schon höre ich die warnenden Rufe der Streckenposten –


Mittwoch, 30. Mai 2012
Aller guten Dinge sind drei: auf zum Tegernsee Bike-Marathon
Nach 2009 und 2010 geht es in diesem Jahr zum dritten Mal nach Rottach-Egern zum Tegernsee Bike-Festival. Gemeldet habe ich für die Langstrecke, angesichts der Wettervorhersage und meiner mangelhaften Vorbereitung mit nur wenigen Stunden Training seit dem Schinderhannes könnte es passieren, dass ich kurzfristig auf die Mittelstrecke ummelde. Mal sehen ...
Sollte es die Langstrecke werden hoffe ich, zumindest die Zeit von 2009 (Bericht vom Rennen: Tegernsee 2009) erreichen zu können, um mit einem guten Gefühl in die letzten Vorbereitungswochen für die Salzkammergut-Trophy zu gehen.
Sollte es die Langstrecke werden hoffe ich, zumindest die Zeit von 2009 (Bericht vom Rennen: Tegernsee 2009) erreichen zu können, um mit einem guten Gefühl in die letzten Vorbereitungswochen für die Salzkammergut-Trophy zu gehen.
Montag, 7. Mai 2012
Tegernsee-Bike Festival 2010. Treppchen knapp verpasst.
Rottach-Egern. Im Eiltempo haben wir uns von Bregenz zum Tegernsee gebeamt und stehen jetzt im Zelt vor den Orga-Tischen. Ich kämpfe schwer mit mir, entscheide mich dann aber doch dafür von der Extrem-Strecke auf die Flowmotion zu wechseln. Knapp über 55 Kilometer und 1650 Höhenmeter müssen morgen reichen. Wir schlendern noch kurz über die Bike-Expo und genießen die chillige Stimmung, die sich hier breit gemacht hat. Die Helfer, die Aussteller und die anwesenden Biker – alle sind super entspannt und gut drauf. Festival-Stimmung. Kein Wunder, dass der Tegernsee-Marathon für viele Biker das absolute Lieblingsrennen ist.
Der nächste Morgen. Gut ausgeschlafen gehen wir zum Frühstück und die Vorbereitung auf meine persönliche fünfte Etappe der TransGermany beginnt wie die letzte aufgehört hat: Magengrummeln. Wie immer schaffe ich nur zwei Käsebrötchen und wie immer kann ich mich nicht richtig warm fahren. Egal, es hat eh schon um die 20°C und ich weiß, dass die ersten 4 Kilometer neutralisiert sind. Das wird reichen um die Beine in Schwung zu bekommen. Entspannt rolle ich zum Start und staune: über 1000 Starter reihen sich dicht gedrängt in einen einzigen Start-Block. Ich stehe zum Glück bei den Lizenzfahrern und starte von vorne – wer sich hier hinten anstellen muss, hat das Rennen eigentlich schon am Start verloren. Startschuss. Ich gehe direkt nach vorne und reihe mich in der zweiten Reihe hinter dem Führungsmotorrad ein – keine Lust am ersten Anstieg ins Gedränge zu kommen, wenn von hinten die schnellen Nicht-Lizenzler aufrücken. Der Plan geht auf, ich komme mit den Führenden über den Sonnbichl. Dann der einzige wirklich brutale Anstieg der Strecke rauf Richtung Aueralm. Wir rollen die ersten Fahrer der vor uns gestarteten Langstrecke auf und können uns mit einer ca. 15 Mann starken Gruppe auch vom Rest unseres Feldes absetzen. ich starte selbst keine Angriffe, sondern bleibe einfach nur dran – eine Taktik, die ich mir auch für die lange Abfahrt nach der Pflicht-Tragepassage zurecht gelegt habe. Und die leider nicht aufgeht. Weil meine verflixte Schaltung klemmt. Ich bekomme das große Blatt nicht drauf - ausgerechnet als im ersten flacheren Stück die Post abgeht. Keine Chance auf dem mittleren Blatt rollend das hohe Tempo mitzugehen. Mist. Schnell werde ich von hinten aufgerollt, dann endlich geht es wieder bergauf. Und wie zum Hohn – plötzlich springt die Kette doch noch um. Zu spät. Der Rest geht schnell: über die Weissachalm rasen wir zur Wallberg-Talstation und weiter über den Höhenweg zurück nach Rottach-Egern. Zahlreiche Spaziergänger mit Kind, Kinderwagen und Hunden kommen uns entgegen und bremsen uns ein wenig ein, dann rauschen wir als Vierer-Gruppe rein nach Rottach-Egern. Zielsprint. Ich greife als erster an aber werde wie im Garmisch wieder geschlagen. Um Reifenbreite diesmal. Egal. Denn im Ziel wartet nicht nur eine erstklassige After-Race-Verpflegung, sondern vor allem auch Swantje, die weltbeste Betreuerin, die man haben kann. Das ich das Treppchen mit Platz 5 bei den Masters nur äußerst knapp verpasst habe – etwas über eine Minute haben gefehlt – kann ich so leicht verschmerzen.
Epilog: auf den Nachhauseweg streikt mein Magen endgültig und macht die Heimfahrt zur eigentlichen Herausforderung dieser Rennwoche. Ein Wunder, dass ich alle Etappen der TransGermany und den Tegernsee-Marathon überhaupt zu Ende bringen konnte. Glück gehabt.



Der nächste Morgen. Gut ausgeschlafen gehen wir zum Frühstück und die Vorbereitung auf meine persönliche fünfte Etappe der TransGermany beginnt wie die letzte aufgehört hat: Magengrummeln. Wie immer schaffe ich nur zwei Käsebrötchen und wie immer kann ich mich nicht richtig warm fahren. Egal, es hat eh schon um die 20°C und ich weiß, dass die ersten 4 Kilometer neutralisiert sind. Das wird reichen um die Beine in Schwung zu bekommen. Entspannt rolle ich zum Start und staune: über 1000 Starter reihen sich dicht gedrängt in einen einzigen Start-Block. Ich stehe zum Glück bei den Lizenzfahrern und starte von vorne – wer sich hier hinten anstellen muss, hat das Rennen eigentlich schon am Start verloren. Startschuss. Ich gehe direkt nach vorne und reihe mich in der zweiten Reihe hinter dem Führungsmotorrad ein – keine Lust am ersten Anstieg ins Gedränge zu kommen, wenn von hinten die schnellen Nicht-Lizenzler aufrücken. Der Plan geht auf, ich komme mit den Führenden über den Sonnbichl. Dann der einzige wirklich brutale Anstieg der Strecke rauf Richtung Aueralm. Wir rollen die ersten Fahrer der vor uns gestarteten Langstrecke auf und können uns mit einer ca. 15 Mann starken Gruppe auch vom Rest unseres Feldes absetzen. ich starte selbst keine Angriffe, sondern bleibe einfach nur dran – eine Taktik, die ich mir auch für die lange Abfahrt nach der Pflicht-Tragepassage zurecht gelegt habe. Und die leider nicht aufgeht. Weil meine verflixte Schaltung klemmt. Ich bekomme das große Blatt nicht drauf - ausgerechnet als im ersten flacheren Stück die Post abgeht. Keine Chance auf dem mittleren Blatt rollend das hohe Tempo mitzugehen. Mist. Schnell werde ich von hinten aufgerollt, dann endlich geht es wieder bergauf. Und wie zum Hohn – plötzlich springt die Kette doch noch um. Zu spät. Der Rest geht schnell: über die Weissachalm rasen wir zur Wallberg-Talstation und weiter über den Höhenweg zurück nach Rottach-Egern. Zahlreiche Spaziergänger mit Kind, Kinderwagen und Hunden kommen uns entgegen und bremsen uns ein wenig ein, dann rauschen wir als Vierer-Gruppe rein nach Rottach-Egern. Zielsprint. Ich greife als erster an aber werde wie im Garmisch wieder geschlagen. Um Reifenbreite diesmal. Egal. Denn im Ziel wartet nicht nur eine erstklassige After-Race-Verpflegung, sondern vor allem auch Swantje, die weltbeste Betreuerin, die man haben kann. Das ich das Treppchen mit Platz 5 bei den Masters nur äußerst knapp verpasst habe – etwas über eine Minute haben gefehlt – kann ich so leicht verschmerzen.
Epilog: auf den Nachhauseweg streikt mein Magen endgültig und macht die Heimfahrt zur eigentlichen Herausforderung dieser Rennwoche. Ein Wunder, dass ich alle Etappen der TransGermany und den Tegernsee-Marathon überhaupt zu Ende bringen konnte. Glück gehabt.
MTB-Festival Tegernsee 2009. Leiden am Wallberg.
Der erste harte Test vor der Transalp stand bevor. Knapp 3500 HM auf weniger als 87 KM waren zu bewältigen. Hier unsere Eindrücke:

Jörg: Anreise am Samstag: Regen ab Frankfurt. Toll. Wollte eigentlich mit Swantje und Jens noch eine schöne Tour fahren, doch danach sieht es beim besten Willen nicht aus. Immerhin, kurz vorm Tegernsee geht der Starkregen in ein leichtes Tröpfeln über und wir können wenigstens zu einer kleinen Warmfahrrunde aufbrechen. 50 Minuten später sind wir zurück – Platschnass. Aus dem Tröpfeln wurde wieder Regen. Schnell Startunterlagen abholen, duschen und ab zum Italiener. Nudeln. Noch ein Eis und schon verschwinden wir im Bett.
Sonntag: 6.00 Uhr. Aufstehen. Bin ziemlich kaputt. Müde. Blick aus dem Fenster: Himmel ist blau. Sieht gut aus. Freue mich, dass meine Wettervorsage besser war, als die des offiziellen Wettergotts Kachelmann. Dann die Routine: Frühstück. Beine rasieren, Flaschen präparieren, Anziehen, Bike präparieren, Warmfahren. Kurz vor 9 rollen wir zum Start. Peng. Schon sind wir auf der Strecke. 86,8 Kilometer und 3.486 Höhenmeter. Hart. Daran denke ich jetzt aber nicht. Ich fahre in Reihe 2 – direkt hinter ein paar Profis und Stars der Szene. Locker rollen wir durch Rottach-Egern, dann der erste Anstieg: eine fiese, kleine steile Rampe rauf zum Sonnbichl. Ich reihe mich direkt hinter den Führenden ein und komme auch mit Ihnen über den Berg. Kurze steile Abfahrt, dann die nächste brutal steile Rampe. Länger diesmal. Ich hänge hinter der führenden Frau und beschließe erst mal da zu bleiben. Sie fährt schnell genug und ich rechne mir aus, bei dem Tempo noch ein wenig Kraft für eine Schlussattacke sparen zu können. Bis zum Gipfel geht die Taktik prima auf. Auch bei der Abfahrt bleibe ich zunächst dran, merke aber, dass ich ziemlich oft auf der Bremse stehe. Also vorbei. Gas geben. Linkskurve, Rechtskurve, enge Linkskurve. Zu eng. Mich trägt’s raus, auch Driften bringt nichts mehr und schon liege ich im Dreck. Super. Beim Hochrappeln überholt mich eine riesige Gruppe, es entsteht sofort ein Loch. Ich versuche alles, es wieder zu schließen aber keine Chance. das Loch wird nicht kleiner, sondern größer.

Zunächst rauf zum Wallberg. Kehre um Kehre windet sich der Wanderweg nach oben. Blick auf den Tacho: 5 km/h, dann 4. Immerhin ist die Aussicht schön. Irgendwann bin ich oben. Rodelbahn bergab, Setzbergsattel, Trail bergab, Ich schaffe es im Trail wieder zu ein paar Fahrern aufzuschließen – ist gut für die Motivation. Kreuth. Swantje steht an der Strecke und feuert mich an. Ist noch besser für die Motivation. Weissachalm. Kühzagl. Ich bin im Arsch. Überlege kurz ins Ziel abzubiegen, will aber unbedingt finishen. Also rauf zum Kühzagl. Wieder eine brutal steile Rampe. Die vierte Frau kommt an mir vorbei. Dann auch noch die fünfte. Scheisse bin ich langsam. Im Wiegetritt kämpfe ich bis zum Gipfel noch mal ran, schnelle Abfahrt und die nächste Rampe hoch zum Galaun. Hier platze ich endgültig ab. Die letzten Meter hoch zum Gipfel fahre ich Zickzack, dann endlich die letzte, sausteile Schotterabfahrt ins Tal. Ein paar Kilometer später bin ich im Ziel. In einer enttäuschenden Zeit. Aber im Ziel. Immerhin.
Jörg Schrod, Langdistanz, 5: 46, Platz 61 Gesamt, Platz 23 AK

Jens: Nachdem meine letzten beiden Rennen wenig erfolgreich verliefen, wollte ich zumindest mal wieder ein Rennen zu Ende fahren. Wenigstens das sollte mir gelingen. Ansonsten ergings mir theoretisch wie Jörg. Nur eben dann doch ein wenig anders. Gemein mit Jörg hatte ich, dass ich auf der Suche nach meiner Form an diesem Tag leider nicht fündig wurde. Das zeigte sich bei mir schon an der allerersten Steigung. Manche würden auch Drecksaurampe sagen. Jedenfalls hatte ich an allen der 5 großen Anstiege so meine lieben Sorgen und kam keine dieser Rampen richtig gut hoch. Der Druck aufs Pedal wollte und wollte nicht kommen. Am Wallberg musste ich gar erstmals runter vom Sattel, weil mein Rücken nicht mehr mitmachte. Vielleicht hätte ich doch lieber meine Core-Übungen auch im Frühjahr beibehalten sollen. Dafür lief es bergab deutlich besser. Zumindest für meine Verhältnisse. Auch wenn mein Flaschenhalter nach dem ersten Schütteltrail und einer anschließenden Stufe sich vom Rahmen lossagte. Da meine Zeit und mein Schnitt eh schon jenseits von Gut und Böse waren, hatte ich auch auf den letzten Kilometern nicht mehr den Biss, oder die Körner, nochmal alles rauszholen. Ob viel mehr zu holen gewesen wäre, bei diesen letzten beiden Mörderrampen, darf ohnehin bezweifelt werden. Das Rennen war trotz allem die weite Anreise wert. Nicht zuletzt dank der perfekten Orga, den extrem freundlichen Menschen und einer richtig coolen, wenn auch ziemlich derben, Strecke.
Jens Frank, Langdistanz, 6:39:48.3, Platz 120 Gesamt, Platz 51 AK

Jörg: Anreise am Samstag: Regen ab Frankfurt. Toll. Wollte eigentlich mit Swantje und Jens noch eine schöne Tour fahren, doch danach sieht es beim besten Willen nicht aus. Immerhin, kurz vorm Tegernsee geht der Starkregen in ein leichtes Tröpfeln über und wir können wenigstens zu einer kleinen Warmfahrrunde aufbrechen. 50 Minuten später sind wir zurück – Platschnass. Aus dem Tröpfeln wurde wieder Regen. Schnell Startunterlagen abholen, duschen und ab zum Italiener. Nudeln. Noch ein Eis und schon verschwinden wir im Bett.
Sonntag: 6.00 Uhr. Aufstehen. Bin ziemlich kaputt. Müde. Blick aus dem Fenster: Himmel ist blau. Sieht gut aus. Freue mich, dass meine Wettervorsage besser war, als die des offiziellen Wettergotts Kachelmann. Dann die Routine: Frühstück. Beine rasieren, Flaschen präparieren, Anziehen, Bike präparieren, Warmfahren. Kurz vor 9 rollen wir zum Start. Peng. Schon sind wir auf der Strecke. 86,8 Kilometer und 3.486 Höhenmeter. Hart. Daran denke ich jetzt aber nicht. Ich fahre in Reihe 2 – direkt hinter ein paar Profis und Stars der Szene. Locker rollen wir durch Rottach-Egern, dann der erste Anstieg: eine fiese, kleine steile Rampe rauf zum Sonnbichl. Ich reihe mich direkt hinter den Führenden ein und komme auch mit Ihnen über den Berg. Kurze steile Abfahrt, dann die nächste brutal steile Rampe. Länger diesmal. Ich hänge hinter der führenden Frau und beschließe erst mal da zu bleiben. Sie fährt schnell genug und ich rechne mir aus, bei dem Tempo noch ein wenig Kraft für eine Schlussattacke sparen zu können. Bis zum Gipfel geht die Taktik prima auf. Auch bei der Abfahrt bleibe ich zunächst dran, merke aber, dass ich ziemlich oft auf der Bremse stehe. Also vorbei. Gas geben. Linkskurve, Rechtskurve, enge Linkskurve. Zu eng. Mich trägt’s raus, auch Driften bringt nichts mehr und schon liege ich im Dreck. Super. Beim Hochrappeln überholt mich eine riesige Gruppe, es entsteht sofort ein Loch. Ich versuche alles, es wieder zu schließen aber keine Chance. das Loch wird nicht kleiner, sondern größer.
Und dann geht plötzlich nix mehr.Meine Beine fühlen sich an wie totes, altes Holz. Druck machen? Ich bin froh überhaupt fahren zu können. Also Taktikänderung: die Schlussattacke ist gestrichen. Jetzt gilt es so zu fahren, dass ich überhaupt durchkomme. Das Problem: es kommen noch 4 mörderisch steile Anstiege.

Zunächst rauf zum Wallberg. Kehre um Kehre windet sich der Wanderweg nach oben. Blick auf den Tacho: 5 km/h, dann 4. Immerhin ist die Aussicht schön. Irgendwann bin ich oben. Rodelbahn bergab, Setzbergsattel, Trail bergab, Ich schaffe es im Trail wieder zu ein paar Fahrern aufzuschließen – ist gut für die Motivation. Kreuth. Swantje steht an der Strecke und feuert mich an. Ist noch besser für die Motivation. Weissachalm. Kühzagl. Ich bin im Arsch. Überlege kurz ins Ziel abzubiegen, will aber unbedingt finishen. Also rauf zum Kühzagl. Wieder eine brutal steile Rampe. Die vierte Frau kommt an mir vorbei. Dann auch noch die fünfte. Scheisse bin ich langsam. Im Wiegetritt kämpfe ich bis zum Gipfel noch mal ran, schnelle Abfahrt und die nächste Rampe hoch zum Galaun. Hier platze ich endgültig ab. Die letzten Meter hoch zum Gipfel fahre ich Zickzack, dann endlich die letzte, sausteile Schotterabfahrt ins Tal. Ein paar Kilometer später bin ich im Ziel. In einer enttäuschenden Zeit. Aber im Ziel. Immerhin.
Jörg Schrod, Langdistanz, 5: 46, Platz 61 Gesamt, Platz 23 AK

Jens: Nachdem meine letzten beiden Rennen wenig erfolgreich verliefen, wollte ich zumindest mal wieder ein Rennen zu Ende fahren. Wenigstens das sollte mir gelingen. Ansonsten ergings mir theoretisch wie Jörg. Nur eben dann doch ein wenig anders. Gemein mit Jörg hatte ich, dass ich auf der Suche nach meiner Form an diesem Tag leider nicht fündig wurde. Das zeigte sich bei mir schon an der allerersten Steigung. Manche würden auch Drecksaurampe sagen. Jedenfalls hatte ich an allen der 5 großen Anstiege so meine lieben Sorgen und kam keine dieser Rampen richtig gut hoch. Der Druck aufs Pedal wollte und wollte nicht kommen. Am Wallberg musste ich gar erstmals runter vom Sattel, weil mein Rücken nicht mehr mitmachte. Vielleicht hätte ich doch lieber meine Core-Übungen auch im Frühjahr beibehalten sollen. Dafür lief es bergab deutlich besser. Zumindest für meine Verhältnisse. Auch wenn mein Flaschenhalter nach dem ersten Schütteltrail und einer anschließenden Stufe sich vom Rahmen lossagte. Da meine Zeit und mein Schnitt eh schon jenseits von Gut und Böse waren, hatte ich auch auf den letzten Kilometern nicht mehr den Biss, oder die Körner, nochmal alles rauszholen. Ob viel mehr zu holen gewesen wäre, bei diesen letzten beiden Mörderrampen, darf ohnehin bezweifelt werden. Das Rennen war trotz allem die weite Anreise wert. Nicht zuletzt dank der perfekten Orga, den extrem freundlichen Menschen und einer richtig coolen, wenn auch ziemlich derben, Strecke.
Jens Frank, Langdistanz, 6:39:48.3, Platz 120 Gesamt, Platz 51 AK
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