Sonntag, 19. August 2012

Bike Night Frankfurt: Radeln gegen das neue Hessische Waldgesetz

Gegen den von der Landesregierung eingebrachten Entwurf zur Neufassung des Hessischen Waldgesetzes, der das Mountainbiken in Hessens Wäldern faktisch unmöglich machen würde, zogen gestern mehrere hundert Biker im Rahmen der vom ADFC organisierten Bike Night quer durch Frankfurt. Mountainbiken und ADFC - passt das zusammen? Nicht ganz aus meiner Sicht. Denn auch wenn die Deutsche Initiative Mountainbike ebenfalls am Start war, kam das Thema Waldgesetz für mich deutlich zu kurz. Mehr Raum für Radfahrer in der Stadt - das war dem ADFC als offizielle Vertretung der Drahteselfraktion offensichtlich wichtiger als die Verteidigung des Wald-Betretungsrechts für Jedermann. Mehr Parkplätze für Fahrräder, bessere Radwege, mehr Fahrspuren für Radfahrer – das waren die Themen, die im Vordergrund standen. Themen, die sicher auch wichtig sind, aber für mich momentan in der Prioritäts-Rangliste doch eher am unteren Rand rangieren. Das neue Waldgesetz und seine Einschränkungen wurden nur oberflächig angesprochen, zu wenig kam rüber, dass das neue Waldgesetz auch Wandern, Spaziergehen oder den Familienausflug so gut wie ausschließen würde. Aber OK - ein erstes Zeichen wurde gesetzt, viele bisher eher Gleichgültige, Zitat eines Teilnehmers "Das betrifft doch nur Mountainbiker" wurden informiert und über die Inhalte des Gesetzentwurfs aufgeklärt. Klar ist aber auch: will man das Gesetz verhindern, müssen weitere und gezieltere Aktionen folgen.

Alles Wichtige zum Hessischen Waldgesetz, geplante Aktionen gibt es hier: Open Trails Hessen

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was haben mehr Parkplätzefür Fahrräder, bessere Radwege oder mehr Fahrspuren für Radfahrer mit dem Radfahren im Wald zu tun? Mehr als wir vielleicht denken, denn eine bessere und fahrradfreundlichere Infrastruktur führt zu mehr Radfahrern und zu mehr Anerkennung des Radfahrens und das hilft auch Mountainbikern. Und die Probleme sind gleichen sich - da sprechen der Bundesverkehrsminister von "Kampfradlern" und die Gegner des Mountainbikens von "Extremsportlern", um uns ins gesellschaftliche Abseits zu stellen. Nur mit einem Schulterschluss aller Radfahrerverbände - DIMB, ADFC und BDR - sind wir ungeachtet unserer thematischen Schwerpunkte stark und können der Autofahrer- und Waldbesitzerlobby etwas entgegensetzen.

Jörg alias Bergfahrer: hat gesagt…

Die Zusammenhänge, die du beschreibst, bestehen natürlich – dennoch kam mir aus Biker-Sicht im Rahmen der Bike-Night das Thema "Waldgesetz" deutlich zu kurz. Gerade weil es auch Ziel hätte sein müssen, die vielen neutralen "Normal-Radfahrer" viel mehr für das Thema zu sensibilisieren. Denn wie beschrieben: die meisten fühlen / fühlten sich von dem Entwurf wenig bis gar nicht betroffen und dementsprechend "groß" ist auch das Interesse gegen den Entwurf Stellung zu beziehen.